Historische Zitate

deutscher Denker über Reinkarnation

Historische Zitate über Reinkarnation

Das der Gedanke und die Wirkung der Reinkarnation auch in unserer Kultur angesiedelt war, belegen folgende Namen und Zitate der deutschen Geistesgeschichte.

FRIEDRICH DER GROSSe

„Ich fühle nun, daß es mit meinem irdischen Leben bald aus sein wird. Da ich aber überzeugt bin, daß nichts, was einmal in der Natur existiert, wieder vernichtet werden kann, so weiß ich gewiß, daß der edlere Teil von mir darum nicht aufhören wird zu leben.
Zwar werde ich wohl im künftigen Leben nicht König sein, aber desto besser: ich werde doch ein tätiges Leben führen und noch dazu ein mit weniger Undank verknüpftes.“

GOTTHOLD EPHRAIM LESSING

„Warum sollte ich nicht so oft wiederkommen, als ich neue Kenntnisse, neue Fertigkeiten zu erlangen geschickt bin? Bringe ich auf einmal so viel weg, daß es der Mühe wiederzukommen etwa nicht lohnet? ... Die Erinnerung meiner vorigen Zustände würde mir nur einen schlechten Gebrauch des gegenwärtigen zu machen erlauben. Und was ich jetzt vergessen muß, habe ich denn das auf ewig vergessen?“

Aus "Die Erziehung des Menschengeschlechts"

FRIEDRICH SCHILLER

„Waren unsre Wesen schon verflochten?
War es darum, daß die Herzen pochten?
Waren wir im Strahl erlosch’ner Sonnen,
In den Tagen lang verrauschter Wonnen,
Schon in Eins zerronnen?
Ja, wir waren’s Innig mir verbunden
Warst Du in Äonen, die verschwunden;
Meine Muse sah es auf der trüben
Tafel der Vergangenheit geschrieben:
Eins, mit deinem Lieben.“

Gedicht an Laura

IMMANUEL KANT

„Sollte die unsterbliche Seele wohl in der ganzen Unendlichkeit ihrer künftigen Dauer, die das Grab selbst nicht unterbricht, sondern nur verändert, an diesen Punkt des Weltraumes, an unsere Erde, jederzeit geheftet bleiben? Sollte sie niemals von den übrigen Wundern der Schöpfung eines näheren Anschauens teilhaftig werden? Wer weiß, ist es ihr nicht zugedacht, daß sie dereinst jene entfernten Kugeln des Weltgebäudes und die Trefflichkeit ihrer Anstalten, die schon von weitem ihre Neugierde so reizen, von nahem soll kennenlernen? ... Wer weiß, laufen nicht jene Trabanten um den Jupiter, um uns dereinst zu leuchten?“

Aus die „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“ von 1755

HEINRICH VON KLEIST

„Es kann kein böser Geist sein, der an der Spitze der Welt steht; es ist ein bloß unbegriffener! Lächeln wir nicht auch, wenn die Kinder weinen? Denke nur, diese unendliche Fortdauer! Myriaden von Zeiträumen, jedweder ein Leben und für jedweden eine Erscheinung wie diese Welt! ... Komm, laß uns etwas Gutes tun und dabei sterben! Einen, der Millionentode, die wir schon gestorben sind und noch sterben werden. Es ist, als ob wir aus einem Zimmer in das andere gehen.“

NOVALIS

„Er wanderte über Meere mit unbegreiflicher Leichtigkeit;
wunderliche Tiere sah er; er lebte mit mannigfaltigen Menschen,
bald im Kriege, in wildem Getümmel, in stillen Hütten ...
Alle Empfindungen stiegen bis zu einer nie gekannten Höhe in ihm.
Er durchlebte ein unendlich buntes Leben, starb und kam wieder,
liebte bis zur höchsten Leidenschaft und war dann wieder auf
ewig von seiner Geliebten getrennt.“

HEINRICH HEINE

„Die Metempsychose ist oft der Gegenstand meines Nachdenkens. Wer kennt die große Gottesironie, die allerlei Wiedersprüche zwischen Seele und Körper hervorzubringen pflegt! Wer kann wissen, in welchem Schneider jetzt die Seele eines Cäsars wohnt! Wer weiß, ob die Seele Gregors VII. nicht in dem Leibe des Großtürken sitzt und sich unter tausend hätschelnden Weiberhändchen behaglicher fühlt als einst in ihrer purpurnen Zölibatskutte ... Die Seele der beiden Schächer, die zur Seite des Heilands gekreuzigt worden sind, sitzen vielleicht jetzt in dicken Konsistorialbäuchen und glühen für den orthodoxen Lehrbegriff ... Wer weiß!
Die Seele des Pythagoras ist vielleicht in einen armen Kandidaten gefahren, der durch das Examen fällt, weil er den pythagoräischen Lehrsatz nicht beweisen konnte, während in seinen Examinatoren die Seelen jener Ochsen wohnen, die einst Pythagoras, aus Freude über die Entdeckung seines Satzes, den ewigen Göttern geopfert hatte.“

WILHELM BUSCH

„Ganz dicht dabei ... pickt immer eine Totenuhr. – Was tut’s?! –
Haben wir nicht, Gott sei’s geklagt, noch sieben Millionen dreimalhundertachtundneunzigtausendsechshundertzweiundzwanzigdreiviertel Jahre ganz unverbraucht vor unserer Nase liegen?
Wird man aus einem Leben herausgeklopft, huscht man ins andere wieder ‘nein.“

C. F. MEYER

„Durchgemacht in den letzten Jahren habe ich mehr, als ich je eingestehen werde. Was mich hielt, war eigentlich ein
Seelenwanderungsgedanke. Ich sagte mir: Du hast offenbar in einem früheren Dasein irgend etwas Frevles unternommen. Da sprach das Schicksal: Dafür soll mir der Kerl auf die Erde und ein Meyer werden. Beides muß nun redlich durchgelitten werden, um wieder in bessere Lage zu gelangen.“

ARTHUR SCHOPENHAUER

„Wir finden die Lehre von der Metempsychose, aus den urältesten und edelsten Zeiten des Menschengeschlechts stammend, stets auf der Erde verbreitet, als den Glauben der großen Majorität des Menschengeschlechts, ja eigentlich als Lehre aller Religionen, mit Ausnahme der jüdischen und der zwei von dieser ausgegangenen;
am subtilsten jedoch und der Wahrheit am nächsten kommend, ... im Buddhaismus. Während ... die Christen sich trösten mit dem Wiedersehen in einer andern Welt, in welcher man sich in vollständiger Person wiederfindet und sogleich erkennt, ist in jenen übrigen Religionen das Wiedersehen schon jetzt im Gange, jedoch incognito ... “

Aus „Die Welt als Wille und Vorstellung“

RICHARD WAGNER

„Nur die tiefsinnige Annahme der Seelenwanderung konnte mir den trostreichen Punkt zeigen, auf welchen endlich alles zur gleichen Höhe der Erlösung zusammenläuft, nachdem die verschiedenen Lebensläufe, welche in der Zeit getrennt nebeneinander laufen, außer der Zeit sich verständnisvoll berührt haben. Nach der schönen buddhistischen Annahme wird die fleckenlose Reinheit des Lohengrin einfach daraus erklärlich, daß er die Fortsetzung Parsifals – der die Reinheit sich erst erkämpfte – ist. Ebenso würde Elsa in ihrer Wiedergeburt bis zu Lohengrin heranreichen.“